| Belegte Zunge – Hilfe bei Belag auf der Zunge |
| 1 - Zahnpflege - Zahn -und Mundhygiene | |
Belegte Zunge – was kann man tun?Lange wurde die Zunge auf medizinischem Gebiet stark vernachlässigt. Heute rückt sie zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. In der Zahnmedizin wurde entdeckt, dass sie als Übeltäter im Zusammenhang mit bakteriellen und Pilz-Besiedlungen häufig die Ursache für Mundgeruch ist und zur mikrobiellen Verseuchung der gesamten Mundhöhle beitragen kann. Wird keine ordentliche Mundhygiene einschließlich Säuberung und Behandlung der Zunge durchgeführt, können sich von der Zunge aus negative Auswirkungen an allen Organen und Organsystemen zeigen.Die Zunge ist ein Spiegelbild über den momentanen Zustand des gesamten Körpers. Viele Menschen setzen eine auffällige Veränderung der Zunge mit einer schweren Erkrankung gleich. Dies ist aber in den wenigsten Fällen so. Eine belegte Zunge braucht niemanden in Panik zu versetzen. Eine raue und weißliche Zungenoberfläche ist normal. Erst wenn sich der Belag verändert, ob in Form oder Farbe, wenn Bläschen, Knoten oder Geschwüre darauf erscheinen, wird es wirklich ernst. In diesem Fall sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Eine gesunde Zunge hat eine satte Farbe und die Oberfläche ist gleichmäßig rau. Sie ist bedeckt mit unterschiedlich geformten Papillen. Die Schleimhaut ist ausreichend durchblutet. Es siedeln nur harmlose Keime in der Mundhöhle. Erkrankt der Organismus, verändert sich oft auch die Zunge. So kommt es beispielsweise bei Scharlach zur typischen „Himbeerzunge“. Ein auffälliges Rot kann auf eine Lebererkrankung oder eine chronische Darmentzündung hinweisen. Eine zu glatte Zunge kann auch auf Blutarmut zurückzuführen sein. Schädlinge können sich auch auf der Zunge niederlassen, wenn eine Krankheit die Körperabwehr geschwächt hat oder ein Antibiotikum die gesunde Mundflora zurückdrängt. Aber auch durch übertriebene Mundhygiene mit ungeeigneten Spüllösungen können Schäden verursacht werden. Oft entsteht so ein weißlicher Belag. Dieser deutet aber nur selten auf ein ernsthaftes Leiden hin. Meist handelt es sich hierbei um einen Mix aus abgestorbenen Zellen, Speiseresten und Schleim. Auch durch die Verhornung des Epithels im Bereich der Papillenspitzen kann sich weißlicher Zungenbelag bilden. Durch Speichel und Speisereste vermehrt er sich noch und lagert sich in den zahlreichen Vertiefungen zwischen den Papillen ab. Dies begünstigt die Ansiedlung von Pilzen. Leichten Zungenbelag kann man oft ganz einfach mit einem medizinischen Mundwasser entfernen. Beim gurgeln hemmt Kamille die Entzündung, Salbei und Thymian töten schädliche Keime ab. Die Gerbstoffe der Myrrhe versiegeln die entzündete Schleimhaut. Harmlose Zungenbeläge kann man vermeiden, indem man beim Essen immer reichlich kaut und nicht alles nur schnell schluckt. Auch regelmäßige Zahnpflege vermindert das Risiko, das sich Bakterien explosionsartig vermehren und Schaden anrichten. Zur Mundhygiene gehört auch das Reinigen der Zunge. Dazu bietet sich eine Zahnbürste mit zusätzlichen Reinigungslamellen für die Zungenoberfläche auf der Rückseite des Bürstenkopfes an. So lässt sich der geruchsbildende Belag effektiv entfernen. Aber auch ein Zungenschaber mit Speziallamellen eignet sich hervorragend. Die mechanische Reinigung wirkt jedoch nur oberflächlich. Medizinische Mundwasser oder spezielle Zahnpasten mit antibakterieller Tiefenwirkung leisten gute Dienste. Sie reduzieren die Bakterien weiter. Es sind nicht einmal 10 % der Bevölkerung, die sich schon heute die Zunge reinigen. Doch die Zahl wächst ständig und mit ihr das Bewusstsein, wie wichtig diese Maßnahme ist. Der für alle lästige Mundgeruch wird vermindert, die Rückbesiedlung von gesundheitsschädlichen Bakterien im Mund wird reduziert. |
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